FAQ

Häufig gestellte Fragen zu den Nieren

Autorin: Viktoria Leitz

  • Welche Aufgaben haben die Nieren?

Die Nieren sind ein Doppelorgan. Sie sind etwa faustgross und sitzen auf Höhe der unteren Rippen im Bauchraum. Die Nieren sind die Filterstation des Menschen. Sie filtern das Blut, produzieren Urin und scheiden mit ihm Abfallstoffe aus. Die Nieren regeln den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, den Blutdruck und den Säure-Basenhaushalt. Sie sind zudem an der Bildung von roten Blutkörperchen beteiligt und spielen eine Rolle beim Knochenstoffwechsel.

 

  • Was ist eine chronische Niereninsuffizienz?

Unter «chronischer Niereninsuffizienz» verstehen Mediziner eine Störung der Nierenfunktion, die länger als drei Monate anhält und sich auf die Gesundheit auswirkt. Verschiedene Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes können die Nieren schädigen und ihre Funktion einschränken. Langfristig kann sich eine chronische Niereninsuffizienz beispielsweise negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Typische Folgen sind Herzinfarkt und Schlaganfall.

 

  • Was sind die Ursachen einer chronischen Niereninsuffizienz?

Die häufigsten Auslöser einer chronischen Niereninsuffizienz sind Bluthochdruck und Diabetes. Daneben gelten Nierenentzündungen, Zystennieren und die Einnahme von Medikamenten zu den Ursachen einer Niereninsuffizienz. Übergewicht, Nikotinkonsum und Bewegungsmangel lösen die Nierenschwäche zwar nicht direkt aus, gelten aber als Beschleuniger.

 

  • Wer ist besonders gefährdet, eine chronische Niereninsuffizienz zu entwickeln?

Personen mit Bluthochdruck und Diabetes sind besonders gefährdet. Sie sollten ihre Nierenfunktion deshalb regelmässig überprüfen lassen. Auch Menschen, die aufgrund anderer Erkrankungen regelmässig Medikamente einnehmen müssen, sowie Raucher sind eher von einer Nierenschwäche betroffen. Eine chronische Niereninsuffizienz kann in jedem Alter auftreten.

 

  • Kann Nierenversagen erblich sein?

Einzelne Ursachen der Niereninsuffizienz sind erblich, beispielsweise die Polyzytische Nierenerkrankung (PKD, kurz Zystennieren). Bluthochdruck und Diabetes kommen familiär gehäuft vor. Personen mit Betroffenen im engeren Familienkreis sollten sich regelmässig auf diese Erkrankungen untersuchen lassen.

 

  • Was sind erste Anzeichen einer chronischen Niereninsuffizienz?

Die ersten Anzeichen einer chronischen Niereninsuffizienz sind kaum spürbar. Deshalb bleibt die Erkrankung lange unbemerkt. Zu den typischen Symptomen zählen Müdigkeit, Wassereinlagerungen, reduzierte Flüssigkeitsausscheidung und Bluthochdruck. Es ist wahrscheinlicher, dass die chronische Niereninsuffizienz aufgrund von Folgeerkrankungen diagnostiziert wird, als durch direkte Beschwerden.

 

 

 

  • Wie wird eine chronische Niereninsuffizienz diagnostiziert?

Da die Beschwerden, die eine chronische Niereninsuffizienz auslöst, sehr unspezifisch sind, ist es wichtig, sich regelmässig testen zu lassen. Das gilt insbesondere für Personen mit Bluthochdruck und Diabetes. Um die Nierenleistung zu überprüfen, reichen ein Urin- und ein Bluttest. Diese werden vom Hausarzt und gegebenenfalls vom Nephrologen durchgeführt. Ist das Ergebnis negativ, liegt keine Störung vor. Ist das Ergebnis positiv, klärt ein Nephrologe die Ursache der Fehlleistung ab. In der Regel sollten Risikopatienten die Untersuchung einmal pro Jahr durchführen lassen, um eine beginnende Niereninsuffizienz frühzeitig zu erkennen.

 

  • Ist eine chronische Niereninsuffizienz heilbar?

Eine chronische Niereninsuffizienz kann nicht geheilt werden. Es ist deshalb umso wichtiger, die Ursache der Insuffizienz rechtzeitig zu erkennen und mit der Therapie zu beginnen. Das Ziel der Behandlung ist es, eine weitere Verschlechterung der Nierenleistung zu verhindern.

 

  • Wie wird eine chronische Niereninsuffizienz behandelt?

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der chronischen Niereninsuffizienz. Zunächst gilt es, Grunderkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes zu behandeln. Medikamente können helfen, das Fortschreiten der Niereninsuffizienz zu bremsen. Ist die Nierenleistung schon zu stark abgefallen, kommen eine Nierentransplantation oder eine Dialyse (Blutwäsche) als Therapiemöglichkeit infrage. Betroffene können selbst zu ihrer Nierengesundheit beitragen: Eine salzarme Ernährung und ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung helfen, die Nieren zu entlasten.

 

  • Was ist eine Dialyse?

Sind die Nieren nicht mehr in der Lage, das Blut von Giftstoffen zu reinigen, kann dies über eine Maschine (Hämodialyse) oder über das Bauchfell des Betroffenen (Peritonealdialyse, Bauchfelldialyse) geschehen.

Hämodialyse

Die Hämodialyse ist die häufigste Form der Blutwäsche. Dabei wird das Blut des Betroffenen aus dem Körper geleitet, in einer Maschine gereinigt und anschliessend wieder in den Körper geführt. Der Prozess dauert circa vier Stunden und muss in der Regel dreimal pro Woche wiederholt werden. Betroffene suchen für die Reinigung ein Krankenhaus oder ein Dialysezentrum auf. Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Schwindel und Muskelkrämpfe durch den Abfall des Blutdrucks. Auch Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen können auftreten.

Peritonealdialyse, Bauchfelldialyse

Bei der Peritonealdialyse dient das Bauchfell des Betroffenen als Filter. Spezielle Spülflüssigkeit wird über einen Katheter in die Bauchhöhle geleitet. Die Flüssigkeit muss circa vier bis fünf Mal pro Tag vom Betroffenen selbst oder von einem Helfer gewechselt werden. Dies kann auch unterwegs geschehen. Bei der kontinuierlichen zyklischen Peritonealdialyse wird die Flüssigkeit hingegen automatisch von einem Gerät ausgetauscht, beispielsweise in der Nacht.

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