Sind deine Nieren gesund?

Dein Risiko für eine chronische Nierenerkrankung im Überblick

9 von 10 Betroffenen wissen nicht, dass sie an einer chronischen Nierenerkrankung leiden. Die frühzeitige Diagnose und Behandlung sind jedoch wichtig, um Dialyse oder Transplantation hinauszuzögern oder sogar zu vermeiden. Ein Selbstcheck hilft dir, dein Risiko zu kennen. Dieser Überblick über die häufigsten Risikofaktoren unterstützt dich dabei.

Nina Labhart

Die Nieren sind ein überlebenswichtiges Organ. Als Filterstation des Körpers helfen sie dabei, Giftstoffe auszuscheiden. Ist die Filtrierleistung eingeschränkt, kann eine lebensbedrohliche Vergiftung die Folge sein. Verschiedene Risikofaktoren, die einzeln, aber auch in Kombination auftreten können, gefährden die Gesundheit der Nieren. Werden Risikofaktoren wie Blutzucker und Bluthochdruck jedoch regelmässig gemessen und im Bedarfsfall reguliert, verringert sich auch die Gefahr für die Nieren. Nimm deine Nierengesundheit ernst, kenn dein persönliches Risiko und besprich dich mit deinem Hausarzt, welche Untersuchungen für dich wichtig sind.

Bluthochdruck
Die arterielle Hypertonie, wie Bluthochdruck in der Fachsprache genannt wird, ist eine der Hauptursachen für eine chronische Nierenerkrankung. Wenn die Blutgefässe unter zu hohem Druck stehen, hat dies negative Auswirkungen auf diverse Organe, so auch auf die Nieren. Das Problem: Bluthochdruck ist ein sogenannter «Silent Killer»; er macht lange Zeit keine Beschwerden und bleibt unbemerkt. Lass deinen Bluthochdruck also regelmässig bei deinem Hausarzt checken.

Diabetes
40 bis 50 Prozent aller Personen mit Diabetes entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung eine Niereninsuffizienz. Ist der Diabetes nicht richtig eingestellt und tritt zusätzlich Bluthochdruck auf, ist das Risiko besonders hoch. Wie bei einer Hypertonie schädigt ein zu hoher Blutzuckerwert die Blutgefässe der Nieren. Dadurch verschlechtert sich die Filtrierleistung des Organs und es kommt zu einer Vergiftung. Auch hier lautet die bestmögliche Vorsorge: sein Risiko kennen und Blutzucker sowie Blutdruck regelmässig kontrollieren lassen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Herz und Nieren beeinflussen sich im Wechselspiel. Wer an einer Herzschwäche leidet, entwickelt häufig auch eine Nierenschwäche. Bei einer Herzinsuffizienz pumpt das Herz zu wenig Blut durch den Körper. Dadurch werden die Nieren nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt. Eine geschädigte Niere hat wiederum negative Auswirkungen auf die Herzgesundheit.

Akute Nierenschädigung
Eine akute Nierenschädigung bezeichnet den Verlust der Nierenfunktion innerhalb von Tagen oder Wochen. Es ist ein ernstzunehmendes Krankheitsbild, die Abnahme der Nierenfunktion ist in manchen Fällen jedoch reversibel. Zu den vielen Auslösern gehören beispielsweise starke Blutungen, eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr, Durchfallerkrankungen, eine Blutvergiftung oder eine Leberzirrhose.

Häufige Nierenerkrankungen in der Familie
Einige der Nierenerkrankungen sind genetisch bedingt und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit weitervererbt, so etwa Zystennieren. Kommen in deiner Familie Nierenprobleme gehäuft vor, empfiehlt es sich, rechtzeitig mit deinem Hausarzt oder einem Nephrologen über dein persönliches Risiko zu sprechen.

Systemische Erkrankungen
Eine Systemerkrankung befällt den gesamten Körper, beziehungsweise mehrere Organsysteme. Dementsprechend können auch die Nieren durch eine systemische Erkrankung geschädigt werden. Zu den häufigsten Systemerkrankungen mit Nierenbeteiligung gehören Vaskulitis, Lupus erythematodes und andere Autoimmunerkrankungen sowie infektiöse Erkrankungen wie HIV.

Nierenschädigende Medikamente
Die Nieren sind das Filtersystem des Körpers. Medikamente und deren Abbauprodukte werden durch die Nieren gefiltert und mit dem Urin ausgeschieden. Einige Wirkstoffe können jedoch das Nierengewebe schädigen. Schmerzmittel in hohen Dosen – dazu gehören auch rezeptfreie Mittel wie Paracetamol oder Diclofenac –, Chemotherapeutika oder gewisse Antibiotika wirken nierenschädigend. Ausserdem stehen Magensäureblocker unter Verdacht, Nierenschädigungen auszulösen. Für freiverkäufliche Schmerzmittel gilt: höchstens an zehn Tagen pro Monat und an maximal drei aufeinanderfolgenden Tagen einnehmen.

Übergewicht
Starkes Übergewicht, auch Adipositas genannt, hat vielerlei negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Fettleibigkeit ist häufiger Auslöser von Diabetes und Bluthochdruck, zwei Risikofaktoren für Nierenerkrankungen. Dabei spielt besonders das Viszeralfett – der sogenannte Bierbauch – eine unrühmliche Rolle. Adipositas schädigt die Nieren jedoch auch auf direkte Weise. Ärzte gehen davon aus, dass das Bauchfett zu stark auf die Nieren drückt und zu einer erhöhten Natriumrückresorption führt. Als Folge tritt ein Schaden an der Filtrationsbarriere auf. Eine Gewichtsreduktion ist dringend angeraten bei Personen mit einem Body Mass Index (BMI) von über 30.

Alter
Im Alter verlieren viele der Organe an Leistung. Das ist ganz normal. Wichtig ist jedoch, Gesundheitswerte wie Bluthochdruck, Blutzucker und Cholesterin sowie Herz- und Nierenfunktion regelmässig untersuchen zu lassen. So kann im Bedarfsfall schnell gehandelt werden.

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